Montag, 23. September 2013

Wahlhelfer? Bei mir nich mehr!

Ich habe mich also entschieden, meine Nachbarn ins Wahllokal zu begleiten, um dort den Wahlhelfer zu geben. Weil ich keine Vorstellung davon hatte, was ein Wahlhelfer so alles machen muss, habe ich gegoogelt und aus den diversen gefundenen Artikeln mitgenommen:


  • Ein Wahlhelfer sitzt meist von morgens bis mittags im Wahllokal und verrichtet dort die üblichen Tätigkeiten wie Namen in einer Liste abhaken, Wahlunterlagen ausgeben und abends durch manuelles Auszählen der Wahlzettel den Ausgang der Wahl für diesen Bereich ermitteln.
  • Dafür erhält der Wahlhelfer eine Entschädigung, meist EUR 50.
  • Es gibt etwas zu trinken (in den meisten Fällen war von Wasser die Rede, manche berichteten sogar von Kaffee) und manchmal sogar ein Frühstück in Form von belegten Brötchen.
Soweit so gut. Ich dachte also, ich wüsste ungefähr, was mich dort erwartet. 

Und jetzt kommt die Realität:

  • Wir haben von morgens 8 Uhr bis abends 18 Uhr ununterbrochen (!) Wahlunterlagen verteilt.
  • Von 18 Uhr bis 19:30 Uhr wurde das Wahlergebnis ermittelt.
  • Es gab nichts zu trinken!
  • Es gab erst recht nichts zu essen!
  • Wenn ich nicht kackenfrech zwischendurch insgesamt 4 x (in 12 Stunden) eine Zigarette vor der Tür geraucht hätte, wäre ich überhaupt nicht aufgestanden.

Die Organisation lag in den Händen eines älteren Mannes, der auf diese Veranstaltung nicht vorbereitet war und sich auch um nichts gekümmert hat. Ich denke, es erstaunt niemanden, wenn ich sage: Nochmal irgendwo Wahlhelfer? Ich? Nö! Ich war um 20 Uhr zu Hause, mit Kopfschmerzen (ich trinke normalerweise täglich meine 2 l Wasser mindestens), Hunger, weil nichts gegessen, und Muskelkater, weil ich wirklich nur auf dem Stuhl gesessen habe. Bei all den Widrigkeiten, die ich hier beschrieben habe, traf es meinen Nachbarn noch viel schlimmer. Der ist Nichtraucher, hatte also nicht mal die 4 x 2 Min. wie ich, der hat die Rolle des Sprechers in unserem Zweierteam übernommen. Heißt, er hat jedem Wähler, der an unseren Tisch kam, also zu "unserem" Wahlkreis gehörte, immer denselben Text aufsagen müssen, ohne Essen und Trinken, zwölf Stunden lang. Ich bin immer noch komplett traumatisiert und auch sehr wütend auf diesen Wahlleiter.

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